Mehlzünsler

Der Mehlzünsler (Pyralis farinalis) ist ein Schmetterling aus der Familie der Zünslerfalter (Pyralidae). Weltweit existieren ungefähr 3200 Arten. Davon lebt der größte Teil in feuchtwarmen, eher tropischen Klimazonen. Mitteleuropa beheimatet um die 145 Arten.

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Zünsler (Pyralidae)
Unterfamilie: Pyralinae
Gattung: Pyralis
Art: Mehlzünsler
Pyralis farinalis
(LINNAEUS, 1758)

 

Thorsten Denhard [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Zünsler als Lebensmittelschädling

Im Volksmund werden gewisse Arten von Schmetterlingen vereinfacht Motten, Lebensmittelmotten, Speisemotten, Kleidermotten oder Küchenmotten genannt.

Bei einem Nahrungsmittel-Gespinst im Mehl, in anderen Körner- und Getreideprodukten sprechen Menschen von Lebensmittelmotten, Speisemotten oder Küchenmotten. Bei Gespinstfund im Kleiderschrank wird von Kleidermotten gesprochen.

Die Gemeinsamkeit all dieser Schmetterlinge ist ihr immenser Fresstrieb, der sie hohen Schaden an Vorräten anrichten lässt. Die verbreitetsten Arten sind die Mehlmotte, die Dörrobstmotte und der Mehlzünsler.

Morphologie

Die Flügelspannweite dieses Schmetterlings beträgt 18 bis 30 mm. Die Vorderflügellänge ist mit einer Spannweite von 8 bis 1 mm etwas kürzer.

Charakteristisch für die Vorderflügel sind die zwei weißlichen Querlinien. Diese gliedern die Flügeldecken in drei unterschiedlich gefärbte Teilbereiche. Das Wurzelfeld direkt nach dem Kopf, ist violettbraun bis dunkelbraun. Das Mittelfeld ist hellbraun bis ockerbraun. Ausgehend von der äußeren weißlichen Querlinie werden die Nuancen dunkler. Das Saumfeld ist dunkelbraun bis violettbraun, stellenweise auch hellbraun. Die innere Querlinie beschreibt einen Bogen nach außen und kann im Zentrum gebrochen wirken. Die innere und äußere Querlinie kann am Kostalrand verstärkt sein. An dieser Stelle treten oft kleine weiße Flecken auf.

Die beiden geschwungenen, hellen Querlinien sind auch auf den Hinterflügeln zu finden. Diese sind weißlich-grau bis grau. Die Flügelform ähnelt Dreiecken. Bei Inaktivität liegen sie eng am Körper an.

Der Körper weist drei farbig unterschiedliche Felder auf. Der Caput (Kopf) ist blassgelb bis falbfarben.

Der Thorax (Brust) ist violettbraun und der Hinterleib (das Abdomen) alterniert in gelben und violettroten Farbnuancen. Die Antennen (Fühler) sind bei den Männchen und den Weibchen unterschiedlich. Bei einem Männchen sind sie fein und filigran. Bei einem Weibchen sind die Fühler eher fadenförmig.

Die Larven

Die ovalen Eier sind weißgrau und besitzen eine Länge von 0,52 mm. Die Breite der Eier liegt bei 0,37 mm.

An ihrer Oberseite befindet sich ein markantes Netzmuster, deren Begrenzungen hervorstehend sind.

Die Raupe, der eigentliche Schädling, hat ein bräunlich-gelbliches Nackenschild. Ihr Caput ist rotbraun bis dunkelbraun. Anders als andere Insekten besitzen sie optische Sinnesorgane namens Ocelli (Punktaugen).

Im ausgewachsenen Zustand erreicht die Raupe eine Länge von 20 bis 25 mm.

Lebensraum

Der Pyralis farinalis kommt beinahe weltweit vor, jedoch fast immer synanthrop. Damit ist gemeint, dass er in und um menschlichen Siedlungen zu finden ist. Bevorzugt sind Mühlen, Bäckereien, Tierställe, Getreidelager und normale Haushalte. Das Ursprungsgebiet ist nicht bekannt.

Lebensweise

Als holometaboles Insekt durchlebt der Pyralis farinalis eine vollständige Metamorphose: die von der Larve bis zum voll entwickelten Insekt. Im Allgemeinen werden pro Jahr ein bis zwei Generationen gebildet, deren Heranbildung bis zu zwei Jahren dauern kann. Die Dauer seiner Entwicklung hängt stark von der Witterung ab. Bei durchgängig hohen Temperaturen mit ausreichender Luftfeuchtigkeit können auch bis zu fünf Generationen entstehen.

Die Schmetterlinge sind dämmerungs und nachtaktiv und verstecken sich tagsüber, um zu ruhen. Schreckt man die Falter währenddessen auf, flattern sie selten davon. Sie bevorzugen es in dunkle Ecke und Nischen zu rennen.

Die Eiablage von 200 bis 500 Stück, wird in unmittelbarer Nahrungsumgebung von den Zünsler-Weibchen durchgeführt. Nach durchschnittlich neun Tagen schlüpfen die kleinen Raupen, die danach insgesamt fünf Larvenstadien durchlaufen. Unter besonders guten Bedingungen entwickeln sich die geschlüpften Raupen, innerhalb von 42 bis 56 Tagen, zur Puppenlarve weiter. Dieser Verpuppungsprozess findet in einem seidenen Kokon inmitten einer Nahrungsquelle statt. Häufig schlüpfen die männlichen Insekten zeitiger als die Weibchen. Die Schmetterlinge leben im Durchschnitt zehn Tage. Die Männchen können ein paar Tage länger als die Weibchen leben.

Systematik

1758 charakterisiert Carl von Linné zum ersten Mal wissenschaftlich das Taxon. Allerdings ohne Angabe des Fundorts. Die Sammlung der Linnean Society befindet sich in London.

Bekämpfung

Zur Abwehr kann man Schlupfwespen oder Pheromonfallen einsetzen. Befallene Lebensmittel gehören entfernt. In Glas- und verstärkten Plastikbehälter, die luftdicht verschließen, können Nahrungsmittel-Vorräte verstaut werden.