Überall Blütenpracht – aber auch Trauermücken!

Trauermücken (Sciaridae)

Die zur Familie der Zweiflügler (Diptera) gehörenden Mücken besitzen eine dunkle Farbgebung. Diese bildet gleichzeitig die Ursache für die Bezeichnung als Trauermücke.

Oftmals werden die fliegenden Tierchen mit den sich ähnelnden Fruchtfliegen verwechselt. Bei genauer Betrachtung sind jedoch durchaus Unterschiede zu erkennen. Die ungefähr drei bis sieben Millimeter ausgewachsenen Mücken besitzen Flügel, Beine und auffällig lange Fühler. Ihr Flugverhalten ist im Vergleich zu der in Zickzacklinie fliegenden Obstfliege zunehmend schwerfällig, dafür jedoch absolut geradlinig. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal für eine Trauermücke (auch Sciaridae genannt) ist der Aufenthaltsort. Während Fruchtfliegen meist die Nähe von faulem Ost oder Essensreste suchen, fühlen sich die schwarzen Trauerfliegen auf Pflanzen und im Substrat der Pflanzbehälter sichtlich wohl. Die Blumenerde wirkt auf sie wie ein Magnet. Aber nicht die Mücken selbst, sondern deren Larven sind die Übeltäter, die der Pflanze enormen Schaden zufügen.

Der Weg in die Wohnung

Die kleinen Zweiflügler finden mehrere Schlupflöcher, um in das Innere einer Wohnung zu gelangen. Nicht selten passiert es, dass sich bereits Eier und Larven in der Blumenerde gekaufter Pflanzen befinden. Voller Vorfreude auf das üppige Blühen erhält das Gewächs einen idealen Platz auf der Fensterbank. Doch plötzlich setzt ein wilder Flugverkehr ein. Das trifft ebenso auf Pflanzen zu, die über den Winter ins Haus gebracht werden. Andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass die Plagegeister während des Lüftens der Wohnung schnell ins Haus hineinfliegen und den Pflanztopf ansteuern.

Schadwirkung durch Trauermücken

Sind die Plagemücken innerhalb der Wohnung, halten sie sich meist in unmittelbarer Nähe von und in Blumen- und Pflanztöpfen. Ob Ihre Pflanzen tatsächlich befallen sind, können Sie mit einem Test selbst überprüfen. Halten Sie den verdächtigen Blumentopf in den Händen und schütteln ihn vorsichtig! Gehen die fliegenden Geschöpfe an den Start, haben die Plagegeister davon Besitz ergriffen. In einigen Fällen lassen sich sogar die kleinen Larven in der Pflanzerde erkennen.

 

Bei Pflanzschäden durch die Biester kommen die Larven ins Spiel. Diese sind nämlich die eigentlichen Täter, die sich bereits während ihrer biologischen Entwicklung schädigend auf die Pflanze auswirken. Die Larven ernähren sich von Zellmaterial und Wurzeln. Durch die Schäden an den Wurzeln verringert sich das Überleben von Keim- und Stecklingen. Aber auch robuste Pflanzen können oftmals nicht mehr gegensteuern. Bedingt durch die Schäden am Wurzelwerk können weitere Kleinstlebewesen in den Pflanzkörper eindringen. Typische Merkmale für einen Befall zeigen sich durch Hohlfraß von Stängeln, dem Welken von Jungpflanzen und Stecklingen oder durch zahlreiche Larven auf Pflanzen.

Trauermücken bekämpfen

Die kleinen Plagegeister gehören zum Alltag. Diese aus dem Leben zu verbannen, ist momentan nicht möglich. Ähnlich wie bei Motten gibt es verschiedene Maßnahmen, um deren rasante Vermehrung zu verringern und somit in einem akzeptablen Gleichgewicht halten zu können.

 

Bekämpfung mit Kulturmaßnahmen

 

Trauermücken mögen das feuchte Klima und vor allem die Feuchtigkeit. Ausschließlich Gewächshäuser, in denen es stets feucht und vor allem sehr warm ist, bieten den fliegenden Tierchen paradiesische Bedingungen. An dieser Stelle sollten unbedingt nässende Bereiche Beachtung finden. Bei „Trauermücken bekämpfen im Gewächshaus“ müssen Sie das betreffende Arial mit Kalk bestäuben oder alternativ auf offenen Böden eine Lage Kies aufbringen.

 

Um das Einnisten der Sciaridae im Blumentopf zu verhindern, sollte man stets darauf achten, dass die oberste Erdschicht im Topf stets einen trockenen Zustand aufweist. Hierfür ist es ratsam, einfach die Erde mit kleinen Kieselsteinen, Sand oder auch Kalk zu bedecken. Eine wichtige Maßnahme lautet jedoch: Vermeidung von Fußbädern. Pflanzen mögen nicht im Dauerwasserbad stehen!

Bekämpfung durch biologische Maßnahmen

Hilfe durch Raubmilben

Diese Milben befinden sich schon im Torfsubstrat enthalten, welcher für unterschiedliche gärtnerische Zwecke verwendet wird. Dieses Substrat wird gleichmäßig verteilt. Die gefräßigen Raubmilben stürzen sich dabei sofort auf die Larven der Trauerfliegen. Danach können die nützlichen Milben mitunter noch mehrere Tage ohne jegliche Nahrung auskommen. Selbst Pflanzenzüchter nutzen die Raubmilben zur Vorbeugung gegen diverse Schädlingsinsekte wie Puppen, Larven oder Springschwänze.

Wer die lästigen Biester bei seinen Pflanzen bekämpfen möchten, für den sind Raubmilben zum biologischen Einsatz in Gewächshäusern, im Garten und Haus prima geeignet. Trotzdem braucht es sowohl Zeit als auch Geduld, um den Larven an den Kragen zu gehen. Ebenso spielt hierbei die Menge der Raubmilben eine wichtige Rolle. Zur Vorbeugung von weiteren Schädlingen reichen ungefähr 100 bis 150 Tiere pro Quadratmeter aus. Für die Bekämpfung bereits bestehender Schadstellen braucht man die doppelte Menge an Milben. Hier muss man mit ungefähr 200 bis 300 Tieren pro Quadratmeter rechnen. Handelt es sich um eine größere Befallsfläche, brauchen auch die Raubmilben mehrere Tage. Während dieser Zeit können die Milben die Schädlingslarven bekämpfen. Bleibt der Befall bestehen, muss der Vorgang nach 14 Tagen wiederholt werden. Danach sollte sich auch hier der zu erwartende Erfolg einstellen.

Dennoch sei nachteilig zu erwähnen, dass die Raubmilben nur die Larven der Plagegeister beseitigen können. Der adulte Zweiflügler, die erwachsene Mücke, nimmt keinerlei Schaden.

Der Vorteil des Raubmilbeneinsatzes ist wiederum eine natürliche Art der Schädlingsbekämpfung und gilt als sehr zuverlässige Methode. Die Struktur der Pflanze wird komplett erhalten. Für diese besteht keine Gefahr, da sich die Raubmilben nur für die Larven der Trauerfliegen interessieren.

Einsatz von Nematoden

Nematoden sind Fadenwürmer, die weltweit mit fast 20.000 Arten vertreten sind. Die nur 0,8 Millimeter kleinen Würmer erfreuen sich besonders für die Bekämpfung von Pflanzenschädlingen großer Beliebtheit.

Mit dem Gießwasser gelangen die Würmer in die Blumenerde. Dort dringen sie über winzige Körperöffnungen in die Mückenlarven ein und geben ein spezielles Gift ab. Ein Teil der Trauermückenlarven verendet innerhalb von ein bis zwei Tagen. Der restlichen Schädlinge en meist nach mehreren Tagen.

Bekämpfung durch chemische Maßnahmen

 

In den zurückliegenden Jahren wurden bei einem Massenbefall nur synthetische Insektizide eingesetzt. Hierzu zählen Wirkstoffe wie Acetamiprid und Azadirachtin. Heute hingegen existieren auch günstigere Universalinsektizide zur Bekämpfung. In jedem Fall sollte der chemische Einsatz nur als letzte Möglichkeit zur Auswahl stehen.

Derartige Pflanzenschutzmittel sind ebenfalls schnell wirksam, können jedoch zusätzlich Wirkstoffe enthalten, die zu Nebenwirkungen führen und damit die Gesundheit von Mensch und Tier stark gefährden können. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Einsatz der Insektizide sorgsam abzuwägen. Das bedeutet ebenfalls, noch vor der Anwendung die Produktinformationen genau durchzulesen!

 

Clevere Hausmittel

 

Um die Lästlinge zu beseitigen, bevorzugt der Pflanzenliebhaber und Gartenfreund zuallererst alte Hausmittel aus Omas Zeiten. Deren Wirksamkeiten sind schon längst bewiesen, denn die meisten Mittel wurden über Generationen hinweg weitergetragen und bringen heute noch die gewünschten Erfolge. Sicherlich sind auch die jeweiligen Örtlichkeiten von Bedeutung, doch durch das Ausprobieren unserer Vorfahren auf dieser Strecke können wir fortan umso leichter arbeiten. Im Nachfolgenden erhalten Sie einige Tipps zur Bekämpfung und Vorbeugung der lästigen Plagegeister:

Streichhölzer existieren in jedem Haushalt. Man steckt einige Hölzer mit dem Kopf nach unten in die Pflanzerde. Die Schwefelbestandteile des Zündkopfes sorgen für die Vernichtung der Larven und vermeiden ein weiteres Einnisten der Mücken überhaupt. Ein regelmäßiges Auswechseln der Zündhölzer ist allerdings erforderlich.

Fleischfressende Pflanzen ermöglichen die Bekämpfung von adulten Mücken. Diese müssen Sie möglichst nahe von betroffenen Pflanzen aufstellen, um den Befall zu reduzieren.

Gelbsticker und Gelbtafeln sind im Baumarkt erhältlich. Steckt man diese in die Erde, wirken sofort die gelbe Farbe und die aufgebrachten Duftstoffe. Diese ziehen die schwarzen Fliegen förmlich an. Der Klebstoff sorgt für weitere Effekte. Die Insekten bleiben daran haften und verenden. Allerdings sind Gelbsticker und Gelbtafeln nur begrenzt einsatzfähig. Sie fungieren nämlich nur als Frühwarner selbst, der die Existenz adulter Schädlinge anzeigt. Die eigentlichen Schädlingslarven bleiben erhalten.

Backpulver wirkt gegen zahlreiche Insekten. Sie müssen das Pulver ebenmäßig auf die Blumenerde verteilen und vorsichtig befeuchtet. Hier hilft ein Zerstäuber. Die Larven fressen das Pulver zu sich und verenden. Auch die adulten Sciaridae zeigen empfindliche Reaktionen beim Kontakt mit Backpulver. Alternativ kann auch kleingeschnittener Knoblauch zum Einsatz kommen.

Beim Kampf gegen die Schädlinge hilft ebenso Quarzsand. Hierbei wird eine Erdschicht des Blumentopfes entnommen und durch eine Quarzsandschicht ersetzt. Sie fungiert als eine Art Sperre. Auf diese Quarzsandschicht erfolgt wieder ein Teil an Blumenerde. Achtung! Damit die obere Schicht fortan trocken bleibt, dürfen Sie die Pflanze nur noch von unten gießen!

Clevere Gärtner nutzen auch den Schnittlauch. Im Gewächshaus oder als Randbepflanzung von Gemüsebeeten vertreibt er die Schädlinge im Handumdrehen durch seinen intensiven Geruch.

Petersilie kann ebenfalls die schwarzen Schadfliegen beseitigen oder besser vertreiben. Ein Bund Petersilie wird einfach kleingeschnitten über die Blumenerde gestreut. Die Ausdünstungen dieses Gewürzes hinterlassen bei den Tierchen bleibende Wirkung. Sie meiden diese Geruchsstoffe.

 

Schon gewusst – Trauermückenlarven sind echte Nützlinge!

 

Obwohl die Larven dieser Mücken meist als Schädlinge fungieren, verbringen sie dennoch nützliche Taten. Sie gelten als wichtige Insekten, da sie die Laubzersetzung in den Wäldern vorantreiben.